Was ich habe

„ich hab augen, die alles das, was ich betrachte auch tatsächlich sehen und beine, die manchmal tanzen, hocken oder stehen oder tatkräftig gehen. ich hab ohren, die all das, was du sagst, ganz wörtlich verstehen und manchmal auch das was du eigentlich meinst. ich hab empathie, die mir wehtut, wenn irgendwer weint, ich hab arme und hände, die dinge halten können und dich. ich hab eine mimik und fältchen und muskeln und haut im gesicht. ich hab ein herz, das ich zu selten auf der zunge trage, aus angst, dass ichs verschlucke. ich hab ein lächeln, das ziemlich gut funktioniert, aber das ich zu selten benutze. ich hab freunde und träume, meine stimme und sinne. ich hab so viele ideen, ich hab so viel zu geben. ich hab vertrauen. vertrauen in entwicklungen und beziehungen und in das leben an sich. darin, dass alles seinen grund hat, zeit wunden heilt und vertrauen in mich. ich hab erinnerungen. erinnerungen, von denen mir noch ernte verbleibt. ich hab eine meinung und gefühle und werte und zeit. ich hab mein leben, das endlich ist und nicht selbstverständlich ist, vielleicht eine seele die ewig beständig ist, auch wenn der gedanke für mich sehr befremdlich ist. ich hab noch was, das vergesse ich oft, dann muss ich mich neu besinnen – ich hab nicht nur nichts zu verlieren, sondern so viel zu gewinnen. ich hab tausend gründe zum lachen und bloß einen zum weinen. und vor allem hab ich allen grund, glücklich zu sein.“

– Julia Engelmann

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